Demokratie · 5-7
Soziale Märkte
Wie wir bereits erwähnt haben, ist Open-Source-Software (OSS) eines der dynamischsten ⿻ Ökosysteme der Welt. Doch gerade weil Software frei verfügbar gemacht wird, war es lange schwierig, verlässliche Finanzierungsquellen zu finden. Viele öffentliche und gemeinnützige Geldgeber:innen erkennen zwar den Wert des Ökosystems, haben aber Mühe zu entscheiden, welche Projekte sie unterstützen sollen – das Ökosystem ist im Vergleich zur traditionellen akademischen Forschung viel heterogener und unübersichtlicher.
Neue Finanzierungsmodelle setzen auf „Matching Funds“ und Community-gesteuerte Verteilung: Ein Sponsor stellt Geld zur Verfügung, aber die Projektgemeinschaft bestimmt, wie dieses Geld und weitere Spenden verteilt werden. Traditionelle Systeme (wie GitHub Sponsors) hatten jedoch eine Schwachstelle: Reiche Spender:innen konnten durch hohe Beiträge den Großteil der verfügbaren Matching-Gelder für ihre bevorzugten Projekte sichern.
Neue Matching-Plattformen wie GitCoin Grants lösen dieses Problem mit einer „pluralen Finanzierungs“-Formel: Sie verbindet Sponsoren und Spender:innen und gewichtet dabei nicht nur die Höhe der Spenden, sondern auch deren Vielfalt – von einzelnen Personen bis hin zu verschiedenen sozialen Gruppen. Diese Plattformen haben sich als wichtige OSS-Finanzierungsquelle etabliert und bereits über hundert Millionen Dollar verteilt. Dabei unterstützten sie besonders Web3-Projekte, taiwanische Initiativen und auch dieses Buch. Mittlerweile werden sie auch in anderen Bereichen wie Umweltschutz oder lokaler Wirtschaftsentwicklung eingesetzt.
Keine Institution bringt mehr Menschen aus unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen in kollaborativen Austausch als der globale Kapitalismus. Internationale Organisationen wie die UN, WHO oder EU haben nur begrenzte Macht – es ist sehr schwer, globale Probleme wie Klimawandel, Pandemien oder Armut durch internationale Wahlen, Verhandlungen oder Gesetze zu lösen, weil Länder souverän sind. Geld und Handel funktionieren dagegen fast überall: Der allmächtige Dollar (und Yuan) wird weltweit akzeptiert, Unternehmen können global agieren, Handelsverträge werden eingehalten – auch zwischen Ländern, die sich politisch nicht leiden können. Die Ausnahme sind Länder, die von Sanktionen betroffen sind. Kapitalflüsse und deren technologische Investitionen gestalten Leben auf der ganzen Welt. Handelsverträge und kommerzielle Abkommen zählen zu den stärksten und universellsten Vereinbarungen überhaupt. Privateigentum wurde zu einem konsistenteren globalen Prinzip als alle anderen Elemente der „Rechtsstaatlichkeit“.[1] Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion blieben Staatsgrenzen weitgehend unverändert und es entstanden kaum neue Nationen – doch Konzerne wie Amazon, Google und Meta erlangten weltweit eine Stellung, die fast alle Länder übertrifft.
Gleichzeitig sind Märkte – trotz aller komplexen Finanz- und Unternehmensstrukturen, die darauf aufbauen – eigentlich ein sehr einfaches Modell für menschliche Zusammenarbeit. Die klassische Markttheorie stellt sich vor: Zwei Parteien (Käufer:in und Verkäufer:in) handeln miteinander, beide sind austauschbar und sie haben beide wenig Macht, und ihre Transaktion betrifft nur sie selbst – dank klarer Eigentumsrechte entstehen keine Auswirkungen auf Dritte (keine „Externalitäten“). Alles andere wird als Störung betrachtet: Wenn Gruppen gemeinsam handeln, wenn unerwartete Effekte entstehen, wenn Menschen unterschiedlich sind oder verschiedene Informationen haben – all das gilt in der Markttheorie als „Unvollkommenheit“ oder „Reibung“, die das angeblich natürliche und ideale Funktionieren von Märkten behindert.
Diese Diskussion steht seit langem im Zentrum der Kapitalismus-Debatte, wie der Sozialwissenschaftler Albert Hirschman[2] gezeigt hat. Märkte haben zwei Gesichter: Auf der positiven Seite gelten sie als „zivilisierend“ – sie reduzieren Konflikte zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen, weil alle am Handel teilnehmen können. Sie sind auch „dynamisch“ – Unternehmer:innen können neue Organisationsformen schaffen und (soziale) Innovationen vorantreiben.[3] Auf der negativen Seite zerstören Märkte jedoch andere Formen der Zusammenarbeit. Sie untergraben viele der kollaborativen Ansätze, die wir in diesem Buch beschreiben. Zwar entstehen neue Organisationsformen, aber diese entwickeln sich oft zu ausbeuterischen, sozial unverantwortlichen und rücksichtslosen Monopolen. In diesem Kapitel untersuchen wir diesen Widerspruch und zeigen, wie die radikalen neuen Marktformen, die wir oben beschrieben haben, das Beste der Märkte – ihre Offenheit und Dynamik – bewahren können, während sie gleichzeitig eine viel größere Vielfalt menschlicher Zusammenarbeit ermöglichen.
Der heutige Kapitalismus
Kapitalismus bezeichnet ein System, das auf drei Prinzipien beruht: Produktionsmittel befinden sich in Privatbesitz, der Austausch auf Märkten erfolgt freiwillig, und das Gewinnmotiv treibt wirtschaftliches Handeln an. Der heutige globale Kapitalismus (manchmal „Neoliberalismus“ genannt) umfasst mehrere miteinander verbundene Bereiche:
- Freier Handel: Umfassende Freihandelsabkommen, überwacht von Organisationen wie der Welthandelsorganisation, ermöglichen es, dass Waren weitgehend ungehindert über Ländergrenzen hinweg fließen können – und das fast überall auf der Welt.
- Privateigentum: Die meisten materiellen und geistigen Güter befinden sich in Privatbesitz, was Nutzungs-, Verfügungs- und Gewinnrechte umfasst. Diese Rechte sind durch internationale Verträge zum Territorial- und Urheberrecht geschützt.
- Unternehmen: Größere Kooperationen jenseits einfacher Marktgeschäfte werden hauptsächlich von Nationalstaaten oder transnationalen Konzernen durchgeführt. Diese arbeiten gewinnorientiert, gehören Aktionär:innen und werden nach dem Prinzip „eine Aktie, eine Stimme“ regiert.
- Arbeitsmärkte: Arbeit basiert auf „Selbsteigentum“ und dem Lohnsystem, allerdings mit wichtigen Einschränkungen: Menschen können meist nicht frei über Grenzen hinweg arbeiten.
- Finanzmärkte: Hier werden Unternehmensaktien, Kredite und andere Finanzinstrumente gehandelt. Diese Märkte kanalisieren Kapital zu Projekten und Investitionen, deren Zukunftsaussichten vielversprechend erscheinen.
- Ventures und Start-ups: Die meisten neuen Unternehmen und damit auch neue Formen internationaler Zusammenarbeit entstehen durch „Venture Capital“. Das Prinzip: Start-ups bieten Investor:innen Anteile an künftigen Gewinnen oder am Verkaufserlös – im Gegenzug erhalten sie die nötige Startfinanzierung.
Über diese Struktur sind unzählige Lehrbücher geschrieben worden, auch von einigen unserer engen Freunde.[4] Zweifellos ist der Kapitalismus eine der mächtigsten Formen menschlicher Zusammenarbeit und war entscheidend für den beispiellosen materiellen Fortschritt der letzten zwei Jahrhunderte weltweit. Die berühmtesten Erkenntnisse der Wirtschaftswissenschaften – die „fundamentalen Wohlfahrtstheoreme" – zeigen sogar, dass Märkte unter bestimmten Umständen eigennützige Menschen „durch eine unsichtbare Hand“ dazu bringen, dem Gemeinwohl zu dienen.[5] Das Problem: Diese Bedingungen sind sehr eng gefasst, weshalb der Kapitalismus die vielen bekannten Schwächen hat.
- Zunehmende Erträge und öffentliche Güter: Die wohl größte Einschränkung traditioneller Märkte wurde bereits von den Begründern der modernen Wirtschaftswissenschaft erkannt: Märkte funktionieren nur gut bei „abnehmenden Erträgen“ – dem Gegenteil der Supermodularität, die wir als Kern der Zusammenarbeit definiert haben. Dieses System wurde in einer Welt entwickelt, die von physischer Produktion dominiert war – der „Bäckerei-Realität“ mit begrenzten Räumen, Maschinen und Rohstoffen. Das zugrunde liegende Prinzip: „Das Ganze ist weniger wert als die Summe seiner Teile“. Nur dann können Unternehmen profitabel arbeiten und gleichzeitig allen Beteiligten einen fairen Anteil zahlen – beispielsweise Arbeiter:innen ihren Beitrag zur Gesamtproduktion. Bei zunehmenden Erträgen (wenn Zusammenarbeit überproportional wertvoll wird) entstehen jedoch Verluste, wenn man allen ihren fairen Anteil zahlt, wie Abbildung C zeigt. Doch die moderne Wirtschaft verschiebt sich zunehmend in Richtung wissensintensiver, digitaler und kollaborativer Arbeit – genau dorthin, wo Supermodularität dominiert. Öffentliche Güter – die vielen Menschen mit geringen zusätzlichen Kosten nutzen können und schwer zu begrenzen sind – sind ein Extremfall: Märkte stellen davon viel zu wenig bereit, wie Ökonom:innen lange wissen. Aber auch weniger extreme Fälle von Supermodularität werden vom Kapitalismus stark vernachlässigt. Nobelpreise gingen an Paul Romer und Paul Krugman dafür, zu zeigen, wie entscheidend solche Güter für Wachstum und Entwicklung sind.[6] Das große Paradoxon: Der globale Kapitalismus ist selbst das größte Beispiel für Zusammenarbeit, hat aber Schwierigkeiten, genau die innovativen Formen der Zusammenarbeit zu unterstützen, die er propagiert – weil seine Grundmechanismen für eine andere, ältere Realität entwickelt wurden.
- Marktmacht: In manchen Fällen können Unternehmen Menschen künstlich von gemeinsam nutzbaren Gütern ausschließen – durch technische Barrieren oder rechtliche Durchsetzung. Dann können sie Geld für den Zugang verlangen und so die Zusammenarbeit finanzieren. Das Problem: Dadurch entstehen Monopole, die Macht konzentrieren und den Wert der Zusammenarbeit reduzieren. Am Ende untergraben sie genau die Zusammenarbeit, die sie eigentlich unterstützen wollten. Beispiel: Ein Softwareunternehmen entwickelt eine tolle Kollaborations-Plattform. Statt sie frei zugänglich zu machen, sperrt es sie hinter eine Paywall. Nur wer zahlt, kann mitmachen. Das bringt Geld ein, aber viel weniger Menschen nutzen die Plattform – dadurch wird sie weniger wertvoll für alle. Die Zusammenarbeit, die möglich wäre, findet nicht statt.
- Nebenwirkungen (Externalitäten): John Dewey erkannte bereits 1927 ein Grundproblem: Innovation schafft immer neue Verbindungen zwischen Menschen – mit positiven und negativen Folgen.[7] Die Dampfmaschinen des 19. Jahrhunderts revolutionierten das Leben, verschmutzten aber auch die Umwelt auf unvorhersehbare Weise. Radio, Flugzeuge, Chemikalien – alle ermöglichten neue Formen der Zusammenarbeit, schufen aber auch Risiken und Schäden, die das bestehende Rechtssystem nicht erfasste. Das Problem: Die Menschen, die von diesen „Nebenwirkungen“ betroffen sind, haben kein Mitspracherecht. Wenn Märkte revolutionäre Innovationen hervorbringen, bleiben die Betroffenen außen vor – sie können weder die Vorteile voll nutzen noch sich vor den Risiken schützen.
- Ungleiche Verteilung: Theoretisch könnten Märkte fair sein: Man müsste nur vorher dafür sorgen, dass alle die gleichen Startchancen haben. Praktisch ist das aber fast unmöglich umzusetzen. Deshalb führen Märkte oft zu extremer Ungleichheit – und zwar nicht unbedingt, weil sie „effizient“ sind, sondern aus ganz anderen Gründen. Das Problem: Diese Ungleichheit zerstört auch andere Formen der Zusammenarbeit, die auf mehr Gleichberechtigung angewiesen sind, wie wir in den vorigen Kapiteln gesehen haben. Beispiel: Wenn einige wenige Menschen sehr reich werden und andere arm bleiben, können die Armen nicht mehr gleichberechtigt an gemeinschaftlichen Projekten teilnehmen – sie haben weder Zeit noch Ressourcen dafür.
Diese Probleme zu erkennen und darauf zu reagieren, prägt die Politik der letzten 150 Jahre weltweit – deshalb reißen wir sie hier nur kurz an.
- Kartellrecht und Regulierung: Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts kämpfte die populistische Bewegung in den USA hauptsächlich gegen die Macht von Monopolen. Sie setzte verschiedene Mittel ein: Konzerne zerschlagen, Fusionen verhindern oder Preise und Geschäftspraktiken regulieren.[8] Das Problem: Diese Maßnahmen bekämpfen zwar Monopolmissbrauch, zerstören aber oft auch die Vorteile der Zusammenarbeit (wie Effizienz durch Größe) und führen zu starren staatlichen Regeln – genau das, was Unternehmertum eigentlich überwinden sollte. Beispiel: Wenn man Google zerschlägt, verhindert man vielleicht Machtmissbrauch, aber auch die Vorteile eines einheitlichen Suchsystems für alle.
- Gewerkschaften und Genossenschaften: Ein anderer Weg gegen Marktmacht war, den Betroffenen mehr Mitsprache zu geben. Starke Gewerkschaften sollten der Macht der Arbeitgeber:innen entgegenwirken, und durch Genossenschaften oder „Mitbestimmung“ bekamen Arbeiter:innen und Kund:innen mehr Einfluss auf Unternehmensentscheidungen.[9] Diese Ansätze gehörten zu den erfolgreichsten Gegenmitteln gegen Konzernmacht, aber sie orientieren sich hauptsächlich an traditioneller Vollzeitarbeit. Mit der heutigen flexiblen, internationalen Arbeitswelt und den vielfältigen digitalen Formen der Zusammenarbeit kommen sie nicht mehr gut zurecht.
- Enteignung und Vermögenssteuern: Um kleinere Monopole anzugehen (etwa bei Grundstücken oder wertvollen Gütern), können Behörden in vielen Ländern Privateigentum zwangsweise aufkaufen – meist mit Entschädigung und unter gerichtlicher Kontrolle. Manche Länder erheben auch Steuern auf Land, Vermögen oder Erbschaften, um Ungleichheit zu reduzieren und zu verhindern, dass wenige Menschen wichtige Güter dauerhaft kontrollieren. Obwohl diese Maßnahmen für Gerechtigkeit und Entwicklung wichtig sind, stehen und fallen sie mit der Fähigkeit der Verwaltung, faire Preise zu ermitteln – was häufig problematisch ist.
- Industrie-, Infrastruktur- und Forschungspolitik: Da Märkte zu wenig in öffentliche Güter und innovative Zusammenarbeit investieren, springen Regierungen ein. Sie stellen Mittel für Infrastruktur (Transport, Kommunikation, Elektrifizierung), Forschung und Entwicklung sowie den Aufbau neuer Industrien bereit. Diese Investitionen sind entscheidend für technischen, industriellen und sozialen Fortschritt, haben aber zwei wesentliche Schwächen: Sie können nur schwer nationale Grenzen überschreiten, wie es der Kapitalismus tut, und werden oft von Bürokratien verwaltet, die weit weniger Informationen haben als die Teilnehmer:innen in den Bereichen, die sie unterstützen.
- Open Source, Wohltätigkeit und der dritte Sektor: Ein flexiblerer Ansatz für ähnliche Ziele sind die Bemühungen des „dritten“ oder „sozialen“ Sektors, einschließlich Wohltätigkeit und ehrenamtlicher Arbeit (wie die OSS-Community), die skalierbare Zusammenarbeit auf freiwilliger, gemeinnütziger Basis aufbauen. Obwohl sie zu den dynamischsten Formen skalierter Zusammenarbeit heute gehören, haben diese Bemühungen oft Schwierigkeiten zu skalieren und sich selbst zu erhalten, da ihnen die finanzielle Unterstützung der mächtigsten Markt- und Regierungsinstitutionen fehlt.
- Raumplanung und Regulierung: Wenn Märkte Umweltschäden oder andere Nebenwirkungen ignorieren, greift normalerweise der Staat ein: durch Regulierung auf nationaler Ebene oder Raumplanungsvorschriften auf lokaler Ebene. Manchmal nutzen Regierungen auch ökonomische Instrumente wie Umweltsteuern oder handelbare Emissionszertifikate. Diese Eingriffe sind unverzichtbar, um Nebenwirkungen zu kontrollieren, haben aber zwei Probleme: Sie sind starr und auf einzelne Länder oder Regionen beschränkt, wie wir oben besprochen haben. Und wegen der hohen wirtschaftlichen Bedeutung werden sie oft von Interessengruppen beeinflusst, die nicht unbedingt das Gemeinwohl im Blick haben.[10]
- Umverteilung: Die meisten entwickelten kapitalistischen Länder haben umfassende Steuersysteme, die Sozialversicherung und Wohlfahrtsprogramme finanzieren. Diese sollen extreme Ungleichheit verhindern und allen Zugang zu wichtigen Dienstleistungen gewährleisten. Anders als Land- und Vermögenssteuern haben diese Einkommens- und Handelssteuern aber drei Probleme: Sie behindern teilweise das Funktionieren der Märkte, erreichen die größten Vermögen nur schwer und können die strukturellen Ursachen der Ungleichheit nicht wirklich beheben.
Die Schwächen dieser Lösungsansätze waren so offensichtlich, dass ab den 1970er Jahren in vielen Ländern eine Gegenbewegung entstand – die sogenannte „neoliberale Reaktion“. Doch die Marktprobleme blieben bestehen, und im letzten Jahrzehnt gibt es sowohl eine Wiederbelebung dieser klassischen Lösungen als auch kreative Versuche, sie zu überwinden und ihre Nachteile zu vermeiden.
Soziale Märkte von morgen
Wie wir im Kapitel über die vernetzte Gesellschaft gezeigt haben, war ein Hauptziel von ⿻, die Dynamik der Märkte zu bewahren und sogar zu verstärken, während gleichzeitig ihre Schwächen behoben werden. Diese Idee geht auf Henry George und seine Nachfolger zurück, darunter der Wirtschaftsnobelpreisträger William Vickrey, dem das vorherige Buch von mir Glen gewidmet war.[11] Vickrey begründete das Forschungsgebiet „Mechanismus-Design“, das solche Möglichkeiten untersucht und zu vielen der kreativen Ansätze geführt hat, die in den letzten Jahrzehnten entwickelt wurden.
- Teilweises Gemeineigentum: Um die Probleme bei Bodensteuern zu lösen, schlugen verschiedene Denker vor – darunter Sun Yat-Sen, Gründer der Chinesischen Republik (den wir im Kapitel „Ein Blick vom Yushan" ausführlich besprochen haben) und Ökonom Arnold Harberger – ein cleveres System vor: Eigentümer:innen müssen den Wert ihres Eigentums selbst schätzen, aber dann auch bereit sein, zu diesem Preis zu verkaufen.[12] Das hat zwei Effekte: Niemand kann den Wert zu niedrig angeben (sonst muss man billig verkaufen), und ungenutzte oder monopolisierte Güter kommen schneller in andere Hände. Besonders gut funktioniert das bei digitalen Gütern in Blockchains und wird daher heute oft für NFT-Kunstwerke verwendet – in Taiwan gibt es das System für Land schon seit vielen Jahren.[13]
- Quadratic und ⿻ Funding: Wie am Kapitelanfang beschrieben, können öffentliche Güter gut finanziert werden, ohne dass Behörden alles entscheiden müssen: Sponsoren ergänzen einfach die Spenden vieler Einzelpersonen. Die Mechanismus-Design-Theorie zeigt – ähnlich wie beim quadratischen Wählen im vorherigen Kapitel –, dass die Matching-Gelder nach einer besonderen Formel verteilt werden sollten: Sie berücksichtigt nicht nur die Spendenhöhe, sondern auch die Anzahl der Spender:innen. Viele kleine Spenden werden stärker gewichtet als wenige große Spenden.[14] Neuere Ansätze gehen über reine Einzelspenden hinaus und berücksichtigen auch ⿻ Gruppeninteressen und -zugehörigkeiten.[15]
- Stakeholder-Unternehmen: Teilweises Gemeineigentum und Quadratic Funding können zwar dafür sorgen, dass Macht und Vermögen öfter den Besitzer wechseln, aber sie garantieren noch nicht, dass Unternehmen ihren „Stakeholdern“ – Kund:innen, Arbeiter:innen und anderen Betroffenen – wirklich dienen und nicht ihre Macht missbrauchen. Deshalb gibt es neuerdings viele Bewegungen für „Stakeholder-Unternehmen“: ESG-Prinzipien (Environmental, Social and Governance), Plattform-Genossenschaften, dezentrale autonome Organisationen (DAOs), „Stakeholder-Rechte“ im Kartellrecht (Kartellstrafen werden genutzt, um Betroffenen Mitsprache zu geben), Datengewerkschaften und die Struktur wichtiger KI-Unternehmen (wie Anthropic) als teilweise gemeinnützige oder gesellschaftsorientierte Unternehmen.[16]
- Partizipatives Design und Prognosemärkte: Digitale Plattformen ermöglichen es zunehmend, Ressourcen flexibler zu verteilen – sowohl innerhalb von Unternehmen als auch zwischen Unternehmen und ihren Kund:innen.[17] Beispiele sind Plattformen, wo Kund:innen neue Produktideen entwickeln und dafür belohnt werden, wie bei Roblox oder Lego Ideas. Oder Prognosemärkte, wo Stakeholder Punkte oder Geld dafür bekommen, dass sie unternehmensrelevante Entwicklungen richtig vorhersagen – etwa die Verkaufszahlen neuer Produkte.
- Marktdesign: Das Forschungsfeld Marktdesign, für das kürzlich mehrere Nobelpreise vergeben wurden, nutzt Mechanismus-Design, um bessere Märkte zu schaffen. Diese lösen Probleme wie Marktmacht oder negative Nebenwirkungen, die entstehen, wenn die sozialen Folgen von Geschäften ignoriert werden. Beispiele sind Märkte für handelbare CO2-Zertifikate, die Auktionsdesigns aus unserem Kapitel über Eigentum und Verträge, und Märkte mit Gemeinschaftswährungen oder anderen Mechanismen für Bereiche wie Bildung, sozialen Wohnungsbau oder Organspende – wo die Verwendung externer Währungen Grundwerte stark untergraben kann.[18]
- Ansehen-Ökonomien: Ähnlich wie lokale Währungsmärkte funktionieren Online-Systeme, wo verschiedene Formen sozialer Anerkennung (Abzeichen, Follower, Ranglisten, Verlinkungen) teilweise oder ganz das übertragbare Geld als „Währung“ des Erfolgs ersetzen.[19] [20] Diese Systeme können oft mit breiteren Märkten verknüpft werden – durch Werbung, Sponsoring oder Crowdfunding.
Diese Vielfalt an Alternativen zu traditionellen – rein geldbasierten – Märkten zeigt eindrucksvoll, wie wir die herkömmlichen Marktgrenzen überwinden können. Aber sie sind erst der Anfang der Möglichkeiten, die technologisch unterstützte soziale Märkte in der Zukunft bieten.
- Zirkuläre Investitionen: Eines der faszinierendsten Ergebnisse der Wirtschaftstheorie trägt Henry Georges Namen. Das Henry-George-Theorem, ursprünglich von Vickrey bewiesen und von Richard Arnott und Nobelpreisträger Joseph Stiglitz veröffentlicht, besagt vereinfacht: Die Steuereinnahmen aus richtig gestalteten Gemeineigentumsabgaben können alle nötigen Subventionen für gemeinschaftliche Investitionen finanzieren.[21] Ein einfaches Beispiel: Bessere öffentliche Schulen steigern die umliegenden Grundstückspreise. Wenn diese Wertsteigerung durch Bodensteuern abgeschöpft wird, kann im Prinzip jede sinnvolle Bildungsinvestition finanziert werden. Das Theorem zeigt ein fast grenzenloses Potenzial auf – wie in einem supraleitenden Stromkreis – für innovative Besteuerung und Finanzierung gemeinschaftlicher Projekte, die Fortschritt schaffen.
- ⿻ Eigentum: Wie können diese Mittel aufgebracht werden? Teilweise Gemeineigentumsmodelle sind ein guter Start, aber sie brauchen zusätzliche Instrumente, die gemeinsame Interessen daran erkennen und schützen, wie Land und andere Vermögenswerte genutzt werden. Die Wahlsysteme aus dem vorherigen Kapitel bieten hier eine natürliche Lösung. ⿻ Eigentumssysteme könnten großes Potential haben, indem sie diese Ansätze verbinden: Sie geben einen Großteil des Vermögenswerts an überlappende Gemeinschaften zurück (die „Früchte“ oder fructus), während sie diesen Gemeinschaften gleichzeitig wichtige Nutzungsrechte (usus) und Verfügungsrechte (abusus) gewähren.
- ⿻ Funding über Grenzen hinweg: ⿻ Funding kann weit über seine heutigen Grenzen ausgedehnt werden – sowohl geografisch als auch zeitlich. Heutige Handelsverträge bauen hauptsächlich Handelshemmnisse ab, auch die Subventionen für gemeinschaftliche Projekte, die wir oben besprochen haben. Künftige internationale Wirtschaftskooperation könnte stattdessen Matching-Fonds für grenzüberschreitende Projekte schaffen und dabei ⿻ Funding nutzen. Ein Vorteil des Kapitalismus ist seine zeitübergreifende Planung: Unternehmen sammeln heute Geld für zukünftige Gewinne.[22] Noch ehrgeiziger wären zeitübergreifende Wirtschaftssysteme mit Matching-Fonds – etwa für Institutionen, die Zusammenarbeit zwischen Generationen fördern oder mit denen, die noch nicht einmal geboren sind. Das könnte Probleme mangelnder Langzeitplanung lösen und wichtige Institutionen bewahren – eine organische Version eines „Ministeriums für die Zukunft“.[23]
- Entstehende Öffentlichkeiten: Ebenso vielversprechend ist die Frage, wie die unterstützten Organisationen wirklich gegenüber ihren Stakeholdern verantwortlich werden können. Verschiedene Formen des Stakeholdings (als Arbeiter:innen, Kund:innen, Lieferant:innen oder Opfer negativer Auswirkungen wie Umweltverschmutzung oder Desinformation) könnten durch ⿻ Identitätssysteme erfasst werden, die wir oben besprochen haben. Diese könnten dann mit den Wahl- und Beratungssystemen verknüpft werden, die wir früher vorgestellt haben – auf eine Weise, die weniger Zeit und Aufmerksamkeit der Einzelnen erfordert und schneller zu breit akzeptierten Entscheidungen führt als heutige kollektive Governance.[24] Das könnte wirklich demokratische ⿻ Governance entstehender Gemeinschaften zu einer realistischen Alternative zur traditionellen Unternehmensführung machen. Man könnte sich eine Zukunft vorstellen, in der neue demokratische Einheiten entstehen, die neue Technologien fast so legitim regieren wie Regierungen – und das so häufig wie Start-ups, wodurch ein Netz dynamischer und legitimer Governance entsteht.
- ⿻ Management: Auch innerhalb von Organisationen wird es möglich, über traditionelle Hierarchien hinauszugehen. Das Plural Management Protocol, das wir für dieses Buch genutzt haben, zeigt, wer welche Beiträge leistet. Die Teilnehmer:innen können dann gemeinsam entscheiden, welche Aufgaben wichtig sind (und wer dafür Anerkennung bekommt) und welche Arbeiten in das Projekt gehören. Dabei schätzen sie ein, was andere entscheiden werden, und nutzen ihre jeweilige Expertise.[25] So bleiben die Vorteile von Hierarchien erhalten – Bewertung durch Expert:innen und Autorität basierend auf Leistung – aber ohne starre Befehlsketten. Flexible Netzwerke können so traditionelle Hierarchien ersetzen.
- Polypolitane Migrationspolitik: Es wird auch möglich, die starren internationalen Arbeitsmärkte aufzulockern. Die Philosophin Danielle Allen schlägt vor: Migration könnte davon abhängen, ob zivilgesellschaftliche Gruppen im Zielland die Person unterstützen. Das erweitert bestehende Modelle aus Kanada (private Bürgschaften) und Taiwan (verschiedene Wege zu Arbeitserlaubnissen).[26] So würde die staatliche Kontrolle über Arbeitsmigration gelockert, aber die Verantwortung für erfolgreiche Integration bliebe erhalten.
Das sind nur erste Einblicke in die Möglichkeiten, aber sie zeigen, wie grundlegend Märkte mit ⿻ Prinzipien neu gedacht werden könnten. Während Debatten über Märkte versus Staat oft vorhersehbar verlaufen, sind die Möglichkeiten, radikal über diese einfache Zweiteilung hinauszugehen, genauso breit wie in allen anderen ⿻ Bereichen.
Die Grenzen sozialer Märkte
Das Potenzial von Märkten sollte jedoch nicht als Wundermittel oder als Hauptmodell für die Zukunft von ⿻ missverstanden werden. Selbst in diesen stark verbesserten Formen bleiben Märkte nur eine Grundstruktur, die bestenfalls materielle Unterstützung und eine Begegnungsmöglichkeit für vielfältige, reichere menschliche Beziehungen bietet, im schlimmsten Fall diese aber auch untergraben kann. Das Beste, was wir erreichen können, ist daher, Marktformen zu schaffen, die so flexibel sind, dass sie in den Hintergrund treten und die blühenden sozialen Formen unterstützen, die durch sie entstehen.
Vor allem müssen wir verhindern, dass Märkte Macht in wenigen privaten Organisationen oder kulturellen Gruppen konzentrieren und dadurch Vielfalt zerstören. Das erfordert Institutionen, die bewusst neue Vielfalt fördern und bestehende Machtkonzentrationen abbauen – wie die, die wir aufgezeigt haben. Außerdem sollten wir, wie beschrieben, immer wieder unterschiedliche Kooperationsformen zwischen verschiedenen Gruppen[27] in die Märkte einbinden – durch Wahlen, Diskussionen oder kreative Zusammenarbeit. Gleichzeitig brauchen wir Marktsysteme (wie ⿻ Geld), die diese Bereiche bewusst vor den Kräften der normalen Märkte schützen können.
Doch trotz all ihrer offensichtlichen Gefahren und Grenzen sollten ⿻-Anhänger:innen Märkte nicht wegwünschen. Irgendetwas muss wenigstens das Zusammenleben, wenn nicht die Zusammenarbeit über die großen gesellschaftlichen Unterschiede hinweg koordinieren. Und viele andere Wege dazu – selbst so „schlichte“ wie Wahlen – bergen größere Risiken der Vereinheitlichung, gerade weil sie tiefere Verbindungen schaffen. Sozial bewusste globale Märkte bieten viel bessere Aussichten für ⿻ als eine Weltregierung. Märkte müssen sich weiterentwickeln und gedeihen, zusammen mit vielen anderen Formen der Zusammenarbeit, um eine ⿻ Zukunft zu ermöglichen.
Pistor, op. cit. ↩︎
Albert Hirschman, The Passions and the Interests, (Princeton: Princeton University Press, 1997). ↩︎
Joseph Schumpeter, Capitalism, Socialism and Democracy (New York: Harper & Brothers: 1942). Quinn Slobodian, Globalists: The End of Empire and the Birth of Neoliberalism (Cambridge, MA: Harvard University Press, 2018). ↩︎
Daron Acemoglu, David Laibson and John List, Economics (Upper Saddle River, NJ: Pearson, 2021). ↩︎
Adam Smith, An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations (London: W. Strahan and T. Cadell, 1776). ↩︎
Paul Krugman, “Scale Economies, Product Differentiation and the Pattern of Trade”, American Economic Review 70, no. 5 (1980): 950-959. Paul Romer, “Increasing Returns and Long-Term Growth”, Journal of Political Economy 94, no. 5 (1986):1002-1037. ↩︎
John Dewey, The Public and its Problems, op. cit. ↩︎
Matt Stoller, Goliath: The 100-Year War Between Monopoly Power and Democracy (New York: Simon & Schuster, 2020). ↩︎
John Kenneth Galbraith, American Capitalism: The Concept of Countervailing Power (New York: Houghton Mifflin, 1952). ↩︎
Edward L. Glaeser and Joseph Gyourko, “The Impact of Zoning on Housing Affordability” (2002) at https://www.nber.org/papers/w8835. ↩︎
Eric A. Posner and E. Glen Weyl, Radical Markets: Uprooting Capitalism and Democracy for a Just Society (Princeton, NJ: Princeton University Press, 2018). ↩︎
Sun, op. cit. Arnold C. Harberger, “Issues of Tax Reform for Latin America” in Joint Tax Program of the Organization of American States eds., Fiscal Policy for Economic Growth in Latin America (Baltimore, MD: Johns Hopkins Press, 1965). ↩︎
Emerson M. S. Niou and Guofu Tan, “An Analysis of Dr. Sun Yat-Sen’s Self-Assessment Scheme for Land Taxation”, Public Choice 78, no. 1: 103-114. Yun-chien Chang, “Self-Assessment of Takings Compensation: An Empirical Analysis”, Journal of Law, Economics and Organization 28, no. 2 (2012: 265-285. ↩︎
Vitalik Buterin, Zoë Hitzig and E. Glen Weyl, “A Flexible Design for Funding Public Goods”, Management Science 65, no. 11 (2019): 4951-5448. ↩︎
Ohlhaver et al., op. cit. and Miler et al., op. cit. ↩︎
Colin Mayer, Prosperity: Better Business Makes the Greater Good (Oxford, UK: Oxford University Press, 2019). Zoë Hitzig, Michelle Meagher, André Veig and E. Glen Weyl, “Economic Democracy and Market Power”, CPI Antitrust Chronicle April 2020. Michelle Meagher, Competition is Killing us: How Big Business is Harming our Society and Planet - and What to Do About It (New York: Penguin Business, 2020). ↩︎
Siehe Erich Joachimsthaler, The Interaction Field: The Revolutionary New Way to Create Shared Value for Businesses, Customers, and Society, PublicAffairs, 2019. Siehe auch Gary Hamel, and Michele Zanini, Humanocracy: Creating Organizations as Amazing as the People inside Them, (Boston, Massachusetts: Harvard Business Review Press, 2020). ↩︎
Atila Abdulkadiroğlu, Parag A. Pathak and Alvin E. Roth, “The New York City High School Match”, American Economic Review 95, no. 2 (2005): 365-367. Nicole Immorlica, Brendan Lucier, Glen Weyl and Joshua Mollner, “Approximate Efficiency in Matching Markets” International Conference on Web and Internet Economics (2017): 252-265. Roth et al., op. cit. ↩︎
Nicole Immorlica, Greg Stoddard and Vasilis Syrgkanis, “Social Status and Badge Design”, WWW '15: Proceedings of the 24th International Conference on World Wide Web (2015: 473-483. ↩︎
Daniel Kronovet, Seth Frey, and Joseph DeSimone, “Cybernetic Governance in a Coliving House” (May 28, 2024). Available at SSRN: https://ssrn.com/abstract=4856267 ↩︎
William Vickrey, “The City as a Firm” in Martin S. Feldstein and Robert P. Inman, eds., The Economics of Public Services: 334-343. Richard Arnott, and Joseph Stiglitz, “Aggregate Land Rents, Expenditure on Public Goods, and Optimal City Size,” The Quarterly Journal of Economics 93, no. 4 (November 1979): 471. https://doi.org/10.2307/1884466. ↩︎
Ein bemerkenswertes Beispiel für intertemporale Wirtschaftssysteme ist das von Ken Suzuki entwickelte PICSY (Propagational Investment Currency System). PICSY ist ein Wertverbreitungssystem, das vergangene Transaktionen als Beiträge erfasst und einen Teil der jüngsten Beiträge an frühere Beitragszahler weiterleitet. Somit sind Transaktionen im Rahmen von PICSY Nachweise für Investitionen. Ken Suzuki, Propagational Investment Currency System (PICSY): Vorschlag für ein neues Währungssystem unter Verwendung von Social Computing. Dissertation, Universität Tokio, 2009. Ken Suzuki, „The Nameraka Society and its Enemies“, Keiso Shobo Publishing (2013). ↩︎
Robinson, op. cit. ↩︎
Ein interessantes erstes Experiment in dieser Richtung wird vom Web3-Protokoll Optimism unternommen, das in verschiedenen „Häusern“ eine Mischung aus Ein-Anteil-eine-Stimme und demokratischeren Methoden zur Steuerung seines Protokolls verwendet. ↩︎
South et al., op. cit. ↩︎
Danielle Allen, “Polypolitanism: An Approach to Immigration Policy to Support a Just Political Economy” in Danielle Allen, Yochai Benkler, Leah Downey, Rebecca Henderson & Josh Simons, etc., A Political Economy of Justice (Chicago, IL: University of Chicago Press, 2022): ch. 14. ↩︎
Das Poolen über Diversität hinweg ist ein sehr allgemeines Prinzip. Obwohl Größe eine Rolle spielt, ist größer nicht immer besser, und die Stärke der gebildeten Verbindungen kann wichtiger sein. Beispielsweise können Familien, Teams oder Gruppen – kleine Netzwerke, die durch wertvolle Interaktionen verbunden sind – viel größere Netzwerke bei der Produktion von ⿻-Gütern übertreffen. Betrachtet man die Aufzeichnungen der paläolithischen Kunst, ist das Zusammenschließen zur Erfüllung wichtiger sozialer Funktionen äußerst alt, sodass kollaboratives Poolen in verschiedenen Größenordnungen, wenn auch durch nicht-staatliche und nicht-marktwirtschaftliche Akteure, eine Ausnahme von der Regel zu sein scheint, dass „öffentliche Güter“ immer unterversorgt sind. ↩︎